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Was ist COOL? |
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„COOL“ steht für Co-Operatives Offenes Lernen und ist ein pädagogischer Ansatz für mehr Selbständigkeit, Eigenverantwortung und Kooperation (Teamfähigkeit). Die Grundlagen dafür kommen aus verschiedenen reformpädagogischen Strömungen des 20. Jahrhunderts, vor allem aber aus dem von Helen Parkhurst in den USA entwickelten Daltonplan.
Merkmale von COOL:
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Die SchülerInnen arbeiten mit schriftlichen, oft auch fächerübergreifenden Arbeitsaufträgen.
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Die SchülerInnen haben die Freiheit
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in einem der vorgegebenen Räume
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in Einzel- oder Gruppenarbeit ihren Coolauftrag
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bis zu den vorgegeben Terminen zu erledigen.
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Die Arbeitsaufträge werden entweder im Regelunterricht vergllichen oder die SchülerInnen erhalten ein Lösungsblatt zur Selbstkontrolle.
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Der regelmäßig stattfindende Klassenrat ist ein Selbststeuerungs- und Selbstverwaltungselement der Klasse. In ihm besprechen die SchülerInnen nicht nur ihre Anliegen, sondern trainieren auch Gesprächsregeln, Protokollführung und Moderationstechniken.
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COOL braucht klare Strukturen und Rahmenbedingungen. SchülerInnen und LehrerInnen entwickleln gemeinsam Regeln des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens im COOL-Bereich. Diese Regeln werden in einem Vertrag zusammengefasst.
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Die LehrerInnen-Rolle verändert sich: die Lehrperson wird zum Coach, zum Begleiter des Lernprozesses und kann somit jeden einzelnen Schüler / jede einzelne Schülerin individuell und gezielt fördern.
Der Begriff COOL geht auf einen seit 1996 an der BHAK/BHAS Steyr laufenden Schulversuch zum "Cooperativen Offenen Lernen" zurück. Am Beginn des Schulversuchs stand ein hohes Maß an Unzufriedenheit mit der Situation in der 3-jährigen Handelsschule. Die extreme Heterogenität der SchülerInnen in den ersten Klassen im Hinblick auf Altersstufen, Leistungsbereitschaft, Leistungsfähigkeit und Lerngeschwindigkeit machten herkömmliche Unterrichtsarbeit nahezu unmöglich. Ein Lehrerteam machte sich auf die Suche nach Alternativen. Im Zuge eines EU-Comenius-Projektes stieß man in Holland auf den Daltonplan. Dieser diente, angereichert durch Elemente aus anderen (reform-) pädagogischen Richtungen und bezogen auf die Gegebenheiten und Ressourcen vor Ort als Grundlage für das Steyrer Modell. |
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Daltonplan |
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Der von Helen Parkhurst in den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts vor allem für die Sekundarstufe entwickelte und durch seine Offenheit charakterisierte Daltonplan ist das pädagogische Kernelement des Cooperativen Offenen Lernens.
Die drei Grundprinzipien des Daltonplans:
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Freedom: Gemeint ist damit die Wahlfreiheit hinsichtlich Aufgabenabfolge, Zusammenarbeit, Arbeitsplatz, zu verwendender Hilfsmittel und Zeiteinteilung auf Seiten der SchülerInnen – auf Seiten der LehrerInnen hinsichtlich Organisation und Abfassung der schriftlichen Arbeitsaufträge (Assignments), der Arbeitsmittel und Zeitvorgaben, der Form der Leistungskontrolle und letztlich der Form der individuellen Zusammenarbeit mit dem/der einzelnen SchülerIn. Parkhurst definierte ihren Freiheitsbegriff immer in Verbindung mit Verantwortung. Freiheit also durch Übernahme von Verantwortung, dafür Befreiung von einengenden, starren Strukturen, die den Arbeitsfluss unterbrechen und die Lernintensität behindern.
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Co-operation: Dieser „soziale“ Grundsatz des Daltonplans beinhaltet weniger die konkrete Vorschreibung von Partner- und Gruppenarbeit - die Entscheidung über die Sozialform der Arbeit wird weitgehend den SchülerInnen überlassen – als die Beseitigung kommunikationshemmender Strukturen im Schulleben. Nach Parkhursts Auffassung entfaltet sich die soziale Dimension schulischen Arbeitens von selbst, wenn man die Konkurrenzsituation des Frontalunterrichts abbaut und den Lernenden die Möglichkeit einräumt, nach Bedarf und Belieben zu kooperieren, auch über die Grenzen der Klassengemeinschaft hinweg. Die Erfahrung, dass nicht nur die individuelle Arbeitsleistung, sondern auch eine gemeinsame Erarbeitung von Lösungswegen zu einem Erfolgserlebnis führen kann, sollte die entscheidende Grundlage für spätere Teamarbeit und gemeinschaftliche Verantwortung schaffen.
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Budgeting Time: Dieses dritte Prinzip – oft auch durch den Begriff der Selbständigkeit ersetzt – drückt die Bedeutung aus, die Helen Parkhurst dem Erlernen der selbständigen Planung und Organisation der Arbeit zumaß. Sie untermauerte dadurch ihren Anspruch auf Effektivität im Lernprozess und dafür von den europäischen Reformpädagogen (z. B. von Célestin Freinet) scharf kritisiert. In sogenannten „freien Dalton-Phasen“ sollen die SchülerInnen selbständig an ihren schriftlich gestellten Aufgaben arbeiten können, für die sie sogenannte „Special Calls“ – eher frontal strukturierte Informations- und Anleitungsphasen für alle SchülerInnen einer Gruppe oder Klasse – entsprechend instruiert wurden.
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Klassenrat |
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Der Klassenrat dient …
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... zur demokratischen Entscheidungsfindung und Problemlösung von gruppen-, klassen- und schulbezogenen Vorhaben und Konflikten
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... zur Verbesserung der Gruppendynamik, der Sozialstruktur und der Kommunikation
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... zur Förderung der Meinungsbildung, der Kritikfähigkeit und der Rücksichtnahme
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... zur Steigerung des Verantwortungsgefühls
Im Klassenrat werden gemeinsam Regeln erfunden, diskutiert und abgestimmt, an die sich alle halten sollen. Die Akzeptanz für Lösungen steigt, wenn sie gemeinsam erarbeitet und per Abstimmung festgelegt werden und so durch Einsicht übernommen werden können.
Da die gesamte Gruppe den Entscheidungsprozess und die Aufgabenbewältigung trägt, sich gegenseitig unterstützt und hilft, wird der Lehrer/die Lehrerin aus seiner Rolle als „Richter“ und „Sanktionierer“ entlassen.
Ablauf in der Klasse:
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Der Klassenrat sollte regelmäßig tagen, um Kontinuität zu sichern.
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Themen des Klassenrates werden bei Bedarf im „Briefkasten“ in der Klasse gesammelt.
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Zu Beginn jeder Sitzung: Wahl eines Diskussionsleiters und Wahl eines Schriftführers
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Festlegung der Themen vom „Briefkasten“, die besprochen werden
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Die Tagesordnungspunkte werden der Reihe nach abgehandelt und die Ergebnisse im Protokoll festgehalten
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Alle Mitglieder des Klassenrats, auch der Lehrer/die Lehrerin, sind gleichwertig zu behandeln.
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Generell hat der Lehrer/die Lehrerin eher beratende Funktion und sollte darauf achten, die SchülerInnen den Prozess selbst steuern zu lassen. Sofern der Lehrer/die Lehrerin ein Veto ausübt (was eigentlich durch vorherige Diskussion vermieden werden sollte), muss er/sie die Gründe dafür erklären und mit dem Klassenrat diskutieren.
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Die Ergebnisse der Klassenratssitzungen und die daraus resultierenden Ereignisse, Tätigkeiten, Veränderungen usw. sollten in einer späteren Sitzung kritisch evaluiert und die entsprechenden Konsequenzen sollten gezogen werden.
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